Die Schatten der Furien

Informationen über die Wesen, denen man im Dschungel von Narracion begegnen kann, und die in keinem zoologischen Lexikon zu finden sind.

Die Schatten der Furien

Beitragvon Narracion » Di 13. Dez 2011, 00:10

Faktencheck
Schatten sind körperlose Wesen, die Menschen durch Krankheiten, Träume oder emotionale Manipulation beeinflussen können. Ihr Ziel ist es, einen Menschen dazu zu bringen, einen oder mehrere der ewigen Steine in seinen Besitz zu bringen und die darin gefangenen Furien zu befreien. Ihnen zugeordnete Gefühle sind Habgier, Missgunst, Jähzorn und Selbstsucht; bekannte Folgen von Begegnungen mit Schatten sind v.a. Fieberkrankheiten, Alpträume und Schlafwandel.

Mythologie
Der Legende nach entstanden die Schatten, als die Selenen die Furien in die ewigen Steine verbannten. Dabei spalteten sich die Schatten der Furien ab; körperlos, wie sie waren, konnten sie nicht wieder eingefangen werden und entkamen. Seither sehnen sie den Tag herbei, an dem sie sich wieder mit den Furien vereinen können.
Da sie auch einen Teil der Kräfte der Furien übernommen haben, nutzen sie diese, um Menschen zu beeinflussen, denn sie wissen: Sobald ein Mensch einen ewigen Stein mit der Haut berührt, wird es den Furien möglich sein, ihn zu beherrschen und sich zu befreien.

Erscheinungsbild
Anzahl
Niemand weiß, wie viele Schatten es gibt und ob sie sich vermehren können. Es scheint aber Schatten von unterschiedlicher Stärke zu geben, und einige Selenisten schwören Stein und Bein, einen Schatten bereits vernichtet zu haben.

Körper
Schatten haben keinen Körper. Es heißt aber, dass Schatten als Mensch auftreten können: in Visionen und Träumen als Mensch aus der Erinnerung. Gerüchteweise gelingt es Schatten bisweilen auch, sich im Geist eines Menschen festzusetzen und diesen dann zeitweise wie eine Marionette zu führen. Auch glauben die Selenisten, dass Schatten die Gestalt von Menschen annehmen können, die verstorben sind und an die sich nicht erinnert wurde, bis ihre Seelen bei den Selenen angekommen waren. So erklären sie sich einige Gespenstersichtungen.

Wahrnehmung
Einige Selenisten behaupten, wo ein Schatten lauere, gäbe es einen dunklen, etwa fußballgroßen Fleck, der in der Luft schwirrt. Andere berichten, dass in der Nähe der Schatten ein dumpfer, muffiger Geruch wahrzunehmen sei, dass sich die Nackenhärchen aufstellten, Puls und Herzschlag sich beschleunigten und dass alle Geräusche gedämpft klängen. Wieder andere erzählen von plötzlicher Kälte oder plötzlicher Hitze. Aus Visionen, Tag- oder Alpträumen ist bekannt, dass Schatten die Gestalt eines Menschen aus den Erinnerungen annehmen; es heißt, diese Gestalten selbst hätten keinen Schatten, dafür aber sehr dunkle Augen.

Fähigkeiten
Jeder Schatten hat die Fähigkeit, einen Menschen zu berühren bzw. in seinen Geist zu schlüpfen. Je nach Stärke des Schatten, gibt es unterschiedliche Auswirkungen. Am bekanntesten sind fünf "Erscheinungsformen" von Schatten:

    Krankheit
    Plötzliche Krankheitsfälle gehen oft von Schatten aus, dazu gehören v.a. Fieber und Schüttelfrost, Wahrnehmungsstörungen, Schwäche- und Ohnmachtsanfälle.

    Gefühlsschwankungen
    Schatten verursachen ebenso Anfälle starker Gefühle, insbesondere Habgier, Missgunst, Jähzorn und Selbstsucht. Das kann auch Verfolgungswahn, Raserei oder Hysterie zur Folge haben.

    (Alp-)Träume
    Häufig sorgen Schatten für Alpträume; ebenso oft zeigen sie in den Träumen allerdings das, was der Träumer begehrt - und stets befindet es sich am Rad des Mondes (mancher Bewohner der Boccacciobucht hätte daher ein Déjà-Vu, wenn er den Tempel je besuchen würde). In einigen solcher Lockträume manifestieren sich die Schatten als Mensch aus den Erinnerungen, mit dem man sehr starke Gefühle - positive wie negative! - verbindet. Die Erinnerung an diese Träume ist jedoch oft wirr, bruchstückhaft und verblasst sehr schnell.

    Schlafwandel
    Schlafende Menschen können unter die Kontrolle eines Schatten geraten und erwachen dann häufig jenseits ihres Bettes, ihrer Hütte oder sogar ihres Dorfes irgendwo im Wald. Auch Tätigkeiten (z.B. Schuhe anziehen, einen Schlüssel aus der Schublade holen und benutzen etc.) können Schatten von den Schlafwandlern erzwingen. Meist lassen sie sich jedoch ganz normal wecken. Erinnerungen an das, was sie getan haben, haben sie nicht.
    Es soll auch Fälle geben, in denen dieses Wandeln am hellichten Tag wache Menschen befällt, die sich anschließend nicht an ihre Tätigkeiten erinnern können.

    Gespenstererscheinungen
    Ein Schatten kann in Form eines Verstorbenen erscheinen - dieser Geist hat eine begrenzte Sprache, kann nicht über lange Zeit erscheinen und kann nur von Blutsverwandten gesehen werden.
Ob es sich bei all diesen Formen um bewusste Einflüsterungen von Schatten handelt oder einiges die Folge der Besessenheit ist, ist nicht geklärt. Bisher sind keine Fälle überliefert, in denen z.B. jemand ständig unter Kontrolle der Schatten stand - was aber auch daran liegen kann, dass Selenisten gegen Schatten natürlich eingreifen. Ob sich mit der Dauer der Besessenheit etwa die Stärke des Schatten erhöht oder verringert, ist unbekannt.

Gefährdung
Schatten existieren im Umfeld der ewigen Steine (teilweise auch an Orten, an denen sich ein ewiger Stein einmal befunden hat), d.h. in diesem Fall im Dschungel im Umkreis von etwa einer Tagesreise rund um den Tempel (was unter Umständen selbst San Palabra noch erreicht).
Weder Tages- noch Mondlicht scheinen ihnen zu schaden, weshalb man ihnen sowohl tagsüber als auch nachts begegnen kann.
Schatten sind stark, solange ihre Opfer schwach sind, d.h. wenn sie für ihre Einflüsterungen offen sind (schon von Natur aus selbstsüchtig, missgünstig, jähzornig oder habgierig), wenn sie geschwächt sind (d.h. ihr Geist durch Krankheit, Alkohol, Drogen usw. abgelenkt ist) oder wenn sie schlafen.
Selenisten sind nicht immun gegen Schatten, werden aber seltener ihre Opfer, da sie meist ein Gespür dafür haben, dass sie sich einen Schatten eingefangen haben, und sich dann an ihre Priesterinnen wenden oder eigene Gegenmaßnahmen ergreifen.

Gegenmaßnahmen
Abwehr
Selenisten legen zunächst einmal Wert darauf, einen Schatten erst gar nicht in ihren Geist zu lassen. Im Schlaf schützen sie Traumfänger (die sie auch gern an nicht-selenistische Nachbarn verschenken). Außerdem kennen sie Schutzrunen, die häufig in Kunstwerken wiedergefunden werden können, und Schutzzeichen, die geschlagen werden können. Es heißt, dass ein Kreis, den man im Mondlicht unter gewissen Gesängen um sein Bett gelaufen ist, ebenfalls vor Schatten schützt.
Talismane sind sehr beliebt und schrecken Schatten ebenfalls ab: meist silberne Anhänger für Halsketten oder Armbänder, die häufig Mondsymbole zieren.
Auch Mojos (kleine Säckchen, die mit Kräutern und anderen Ingredienzen gefüllt und z.B. um den Hals getragen werden) helfen, ebenso bestimmte Lieder und Tänze, Düfte oder Kräuter, manchmal auch Körperbemalungen oder Anordnungen von Steinen.
Aber diese Gegenmaßnahmen funktionieren insbesondere dann, wenn Priesterinnen, Tempelwächter oder mehrere Selenisten gemeinsam sie ausführen bzw. fertigen. Manchmal kann die Wirkung durch die Umstände der Anfertigung gesteigert werden (z.B. Materialien, die vom Tempel stammen, im Mondlicht gefertigt, direkt nach oder auf einem Vollmondritual).

Exorzismus
Wenn alle Abwehr vergebens war und ein Schatten erst einmal jemanden besetzt, helfen Talismane, Mojos oder Traumfänger höchstens, um die Fähigkeiten des Schattens zu hemmen. Um ihn loszuwerden, muss ein Exorzismus von den Priesterinnen durchgeführt werden. Am wirkungsvollsten sind Exorzismen, die in Anwesenheit aller vier Priesterinnen direkt nach einem Vollmondritual nachts durchgeführt werden; es sind aber auch schon erfolgreiche Exorzismen bei Tag und von einer Priesterin allein durchgeführt worden. Auch wenn mehrere Priesterinnen anwesend sind, übernimmt meist eine die direkte, geistige Konfrontation mit dem Schatten, während die anderen sie unterstützen.
Wie genau so ein Exorzismus durchgeführt wird, ist unterschiedlich. Feuer, Wasser, Erde oder Wind können darin eine Rolle spielen, Gesänge, Tänze, Musik, Schutzzeichen, Körperbemalungen, Düfte, Licht, Dunkelheit,... es hängt sowohl von der Form und Stärke des Schattens ab als auch von der Persönlichkeit der Priesterinnen und Opfer.

Bekanntheit
Wer in den Kult des Selenismus eingeführt wurde, weiß um die Existenz der Schatten. Dieses Wissen ist vergleichbar mit dem "normalen" Wissen z.B. über Bären oder Giftschlangen: Man weiß, dass sie existieren und real sind, und je nach eigenen Erfahrungen und Wissensstand kann man sie erkennen und weiß, wie man sich in ihrer Gegenwart benehmen sollte oder was zu tun ist, wenn man von ihnen angegriffen oder gebissen wird.
Wer in Narracion aufgewachsen oder viel dort unterwegs ist, kennt Schatten(-wesen) aus vielen Märchen und Geschichten; sie tauchen im Aberglauben und der Folklore auf so wie in anderen Ländern Monster unter dem Bett oder der Schwarze Mann. Im hellen Tageslicht werden die meisten rational denkenden Erwachsenen sie daher als bloßes Geschwätz abtun. Wie das aussieht, wenn man allein im schummrigen oder schon dunklen Dschungel unterwegs ist und einem aus unerklärlichen Gründen ein Schauer über den Rücken fährt... nun ja.



Anmerkung
Diese Informationen sind als erste Richtlinie gedacht. Nicht jede Form von Schatten ist darin aufgeführt (d.h. du kannst deine eigene Form im Spiel "entdecken"), auch Gegenmittel und die Auswirkungen von Schatten sind nicht abschließend aufgeführt (d.h. du kannst dich im Spiel daran orientieren, sie aber auch jederzeit logisch ergänzen und abändern).
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